Das Problem

Jede 4. Frau in Deutschland leidet aufgrund von Blasen- und Beckenboden-Problemen unter ungewolltem Harnverlust, ständigem Harndrang am Tage und nachts, Blasenentleerungsstörungen, Kreuzschmerzen oder Darminkontinenz. Nicht nur ältere Frauen sind betroffen. Aktuelle Studien zeigen, dass jede dritte Frau nach der Entbindung über Blasenprobleme klagt, die sich nur teilweise normalisieren.

Neuste Untersuchungen zeigen, dass diese quälenden Beschwerden weitestgehend durch einen Gewebsschaden im Halte- und Stützapparat des Beckenbodens infolge von Geburten, Operationen oder zunehmendem Alter bedingt sind. Dieser Gewebeschaden wird von den betroffenen Frauen oft als Gebärmutter/Scheidensenkung oder als Vorfall empfunden.

Die logische Konsequenz daraus lautet: Wiederherstellen der Gewebefestigkeit beseitigt die Beschwerden und führt zur Normalisierung der Blasen- und Darmfunktion.

Die oben genannten Beschwerden führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Der Alltag wird zum Problem. Die Betroffenen ändern ihr Leben. Sie ziehen sich sozial zurück, trinken wenig, was Krankheiten durch „Austrocknen“ zur Folge hat, wie z.B. Nierensteine, Harnwegsentzündungen, Minderdurchblutung des Gehirns mit Nachlassen der Hirnleistung, Schlaganfall und Depression. Obwohl dieses Problem weit verbreitet ist, wird es nach wie vor als Tabu-Thema nahezu geheim gehalten.

Auch die Sexualität leidet. Schamgefühl, der Verlust von Intimität und die Angst, der Partner könnte die bestehenden Blasen/Darm-Probleme bemerken, werden für die Betroffenen ohne ärztliche Hilfe zu einem fast unüberwindlichen Hindernis. Aus einer inter nationalen Befragung von Betroffenen weiß man zum Beispiel, dass 34 % der Befragten in Italien, 45 % in England und 60 % in Spanien aufgrund einer Blasenfunktionsstörung nicht mehr in einer sexuellen Partnerschaft leben.

Die Betroffenen erfahren wenig Hilfe.

Das liegt in erster Linie daran, dass den meisten Patientinnen bisher nicht geholfen werden konnte. Es standen kaum Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die dauerhaft den gewünschten Erfolg brachten. Die seit einigen Jahren angewendete TVT-Methode – das operative Einbringen eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre – ist nur bei ca. 20% der Frauen die richtige Operation. 

Im Gegensatz dazu berücksichtigt unser Petros/Goeschen-Verfahren Schäden im gesamten Beckenboden-Bereich, vorne, in der Mitte und hinten. Durch präzise Diagnostik und eine sehr umfassende Untersuchung werden die Strukturen, die geschädigt sind, präzise ermittelt. Die dann folgende Operation setzt genau an diesen Schwachstellen an. Geschädigte Bänder werden gestrafft, wenn nötig durch künstliche Bänder verstärkt, überschüssige Haut wird in Schichten übereinander gelegt und nicht weggeschnitten, Vernarbungen durch Voroperationen gelöst. Damit wird die ursprüngliche Elastizität und Funktion des Beckenbodens wieder hergestellt. Um diese Operationen durchführen zu können, mussten spezielle Instrumente entwickelt werden, mit denen wir an alle Stellen des Beckenbodens gelangen.

Die Operation erfolgt vaginal, fast unblutig mit sehr kleinen Schnitten. Diese Eingriffe sind schmerzarm, da sich in diesem Bereich des Beckenbodens keine Schmerzrezeptoren befinden. Die Patientinnen können kurz nach der OP wieder aufstehen und nach wenigen Tagen die Klinik verlassen. 

Die Operationsmethoden wurden so entwickelt, dass die Patientinnen schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren können. Normalerweise kann die Patientin nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus sofort wieder Autofahren, kochen, einkaufen, Kinder hüten und nach wenigen Wochen wieder arbeiten.

Ziel unserer Operationen ist es, Frauen die unter Blasen- und Senkungsproblemen leiden, ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.