Fragen und Antworten

- Welche Beschwerden können mit dem Petros/Goeschen-Verfahren behandelt werden?

• Senkung und Vorfall der Gebärmutter und der Scheide
• Unkontrollierter Urinverlust bei körperlicher Belastung
• ständiger Harndrang
• häufiger Gang zur Toilette bei Tag
• häufiges Wasserlassen in der Nacht 
• Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung 
• Schmerzen tief im Becken während des Geschlechtsverkehrs oder andere,   undefinierbare Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich oder im   Kreuzbein- /Steißbeinbereich
• Stuhlinkontinenz und Stuhlentleerungsstörungen

- Wodurch unterscheidet sich die Petros/Goeschen-Methode von anderen Untersuchungs- Methoden? 

Traditionelle Untersuchungs-Methoden, wie z.B. die Blasendruckmessung, können lediglich darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Sie zeigen uns aber nicht, welcher Teil des Blasen-Beckenbodenbereichs geschädigt ist. Bei dem von uns angewandten Petros/Goeschen-Verfahren werden verschiedene Untersuchungsmethoden gezielt eingesetzt, um entscheiden zu können, welcher Teil des Blasen- und Beckenbodenbereichs die Probleme verursacht. 

- Wodurch unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation nach Petros/Goeschen von traditionellen Inkontinenzoperationen? 

Bei der traditionellen Inkontinenz-Operation wird von einem Bauchschnitt der Blasenhals angehoben. Schmerzen, ein Blasenkatheter für mehrere Tage und ein Krankenhausaufenthalt von bis zu zwei Wochen sind die Regel. Es dauert mindestens sechs Wochen, bis man zu normalen Lebensbedingungen zurückkehren kann. 

Dagegen ist bei Petros/Goeschen-Verfahren kein Bauchschnitt notwendig. Mit dieser Technik können von der Scheide aus nicht nur die Bänder im vorderen Bereich erneuert werden (wie das z.B. beim TVT der Fall ist), sondern ebenfalls im mittleren und hinteren. Das ist wichtig, da 80% der Patientinnen Kombinationsschäden aufweisen. Und das erklärt weiterhin, warum andere Symptome, wie ständiger Harndrang, häufiges Wasserlassen bei Tag und Nacht, Blasenentleerungsstörungen, undefinierbare Beckenbodenschmerzen, Stuhlinkontinenz und Darmentleerungsprobleme geheilt werden können. 

Die Eingriffe verursachen nach der Operation nur geringe Schmerzen, erfordern nur für wenige Stunden einen Blasenkatheter und nur selten eine Scheidentamponade. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können schnell wieder leichte Arbeiten wie z.B. Einkaufen, Hausarbeit, Autofahren etc. verrichtet werden. 

- Welche Ergebnisse sind mit der "Schlüsselloch"-Operation zu erzielen? 

Jüngste Ergebnisse des KVINNO Centre Australien sind im International Journal of Urogynaecology und aus dem KVINNO Centre Deutschland im "Frauenarzt" veröffentlicht. Dabei wurden folgende Ergebnisse erreicht: 

Symptome Verbesserung lt. Patientenangabe 
Streßinkontinenz 88% 
Dranginkontinenz 78% 
häufiges Wasserlassen bei Tag 85% 
häufiges nächtliches Wasserlassen 80% 
ständiger Harndrang 80% 
Blasenentleerungsstörungen 50%
 

Verbessserungsrate im Durchschnitt 77,8% 

- Was geschieht, wenn ich eine Senkung oder einen Vorfall der Gebärmutter und/oder Scheide habe? Worin unterscheidet sich die "Schlüsselloch"-Operation nach Petros/Goeschen von einer traditionellen Senkungs-Operation? 

Eine traditionelle Senkungs-Operation erfordert einen 10- bis 14-tägigen Krankenhausaufenthalt, das Legen eines Dauerkatheters, häufig auch einer Scheidentamponade. Die Zeit nach der Operation ist schmerzhaft. In aller Regel wird die Gebärmutter und überdehntes Scheidengewebe mit entfernt, was zu einer narbigen oder engen Scheide führen kann. 

Dagegen ist bei dem "Petros/Goeschen-Verfahren" nur für wenige Stunden ein Dauerkatheter und nur selten eine Scheidentamponade erforderlich. Überdehntes Scheidengewebe wird nicht mehr wie früher weggeschnitten, sondern in Schichten übereinandergelegt und durch Kunststoffbänder oder Netze verstärkt. Dadurch wird die normale Länge,  Weite und Lage der Scheide und die Funktion der Organe (Blase, Darm) wiederhergestellt. Die Petros/Goeschen-Methode erfolgt blutarm mit kleinen Schnitten von der Scheide aus. Sie ist schmerzarm, da sich in diesem Bereich des Beckenbodens nur wenig Schmerzrezeptoren befinden. Die Patientinnen können kurz nach der Operation wieder aufstehen und nach wenigen Tagen wieder in ihr gewohntes Alltagsleben zurückkehren. Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur noch 5-7 Tage. 

Die Gebärmutter wird in aller Regel nicht mit entfernt, da sie wie der Grundpfeiler einer Brücke arbeitet. Ebenso wie das Entfernen des Grundpfeilers eine Brücke zum Einsturz bringt, kann die Entfernung der Gebärmutter einen Vorfall der Scheidenwände hervorrufen. 

- Hatte meine Operation keinen Erfolg, wenn die Beschwerden wieder auftreten? 

Nicht unbedingt. Die Bänder des Beckenbodens arbeiten wie Stoßdämpfer. Wenn sie ersetzt werden, kann sich der Bauchdruck auf andere Bereiche des Beckenbodens verlagern und schwächen. Dadurch können neue, aber auch die alten Beschwerden wieder auftreten. 

- Was geschieht, wenn die Operation keinen Erfolg hat? 

Da die Petros/Goeschen-Operationen wenig belastend sind und kein Scheidengewebe entfernt wurde, kann die veränderte Anatomie durch einen weiteren Eingriff normalisiert werden.