Beckenboden-Training

Aufbauend auf dem Trampolin-Vergleich haben wir spezielle Beckenboden-Übungen erarbeitet, mit denen die  wichtigen Beckenbodenmuskeln gestärkt werden können. Grundvoraussetzung war, dass sich das Programm in den normalen Tagesablauf einfügen lässt, ohne dass es zusätzliche Zeit erfordert.

Dabei ist zu beachten, dass der Beckenboden zwei verschiedene Muskelarten enthält, die unerlässlich für die Blasen- und Darmkontrolle sind:

Die sog. Skelettmuskulatur öffnet und verschließt Blase und Darm. Sie lässt sich aktiv durch bewusstes An- und Entspannen stärken. Sie besteht im Wesentlichen aus 3 Hauptmuskeln, die nach vorne, hinten und unten ziehen.

Die andere Muskelart, die sog. glatte Muskulatur sorgt für die notwendige Elastizität im Becken- und Scheidenbereich. Sie hält die Genitalorgane in normaler Position und kann willkürlich nicht bewegt werden. Zur Kräftigung der glatten Muskelschicht ist eine Reizstrombehandlung, eine sog. Elektrostimulation zusätzlich notwendig. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zusätzliche Elektrostimulation zu einer verstärkten Durchblutung in den Gefäßen führt. Das fördert die Kontraktionskraft der Muskeln und verbessert die Energie- und Sauerstoffausnutzung in den Zellen. Dadurch ermüden die Muskeln sehr viel später. 

Für Frauen, die sich schlecht bewegen können, reicht auch die alleinige Elektrotherapie aus.

Eine jüngst von unserer Arbeitsgruppe durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass dieses spezielle Training (bis zu 70%) die Beschwerden erheblich verbessern kann.

Allerdings führt das Beckenbodentraining dann nicht zum Erfolg, wenn die Bänder, die von den Muskel zu den Organen (Blase, Harnröhre, Scheide und Darm) ziehen, zerstört sind. Auch wenn z.B. die Achillessehne gerissen ist, kann man seinen Fuß nicht mehr nach hinten bewegen, obwohl die Muskeln normal funktionieren. Auch im Beckenboden muss die Verbindung zwischen Muskeln und den Organen (Blase und Darm) wieder hergestellt werden, damit sie normal geöffnet und verschlossen werden können.


Abb. 4  
Wenn die Bandverbindung zerstört ist, können die Muskeln die Scheidenwand nicht spannen.

Abb. 5 
In diesen Fällen muss die Scheidenwand über ein Band mit den Muskeln verbunden werden.